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20.10.2026 (J.Hannig )

Frustriert in Baku

Nachdem im Vorjahr in Budapest die Ergebnisse der JVST-Top-Damen zufriedenstellend waren, erste WM-Teilnahme und Platz neun für Friederike Stolze, erste WM-Einzelmedaille mit Bronze für Miriam Butkereit und Teambronze, hatten sich beide auch in diesem Jahr für die Weltmeisterschaft einiges vorgenommen. So sollten am 7. und 8. Oktober wieder Siege gesammelt werden.

 

Am Ende sollte es je nur einer werden. Friederike Stolze startete bis 63 Kilogramm verheißungsvoll in den Wettkampf. Gegen Melika Balali aus dem Flüchtlingsteam brauchte sie nur 20 Sekunden bis zum Ippon und Highlight-Ausschnitt der IJF. 

Anschließend ging es gegen die an acht gesetzte Mongolin Gankhaich Bold. Beide kannten sich schon vom Ulaanbaatar Grand Slam des letzten Jahres. Auf heimischer Tatami konnte die WM-Dritte des Vorjahres mit drei zu einem Shido gewinnen. Die Sportlerin vom SV Halle schien aus dieser Begegnung gelernt zu haben und ließ die Mongolin nicht zum Zug kommen. Ein Shido für Scheinangriff und ein Doppelshido für Inaktivität sorgten nach zweieinhalb Minuten dafür, dass sich die dreifache Grand-Slam-Siegerin keinen Fehler mehr erlauben durfte. Unter Druck schraubte sich die Mongolin 40 Sekunden vor Schluss in eine Technik und schob so lange nach, bis Friederike mit dem Schulterblatt die Matte berührte. Der Kampf ging anschließend nicht noch einmal in den Stand, clever wurde die Zeit im Boden runtergekämpft. Mit dieser Yuko-Niederlage war der Wettkampf für Friederike beendet.

 

Miriam Butkereit reiste mit Grand-Slam-Gold im Rücken nach Baku. Beim letzten Wettkampf vor der WM in Lausanne konnte sie alle Gegnerinnen hinter sich lassen und mit den erzielten Punkten den Setzplatz vier für die WM erkämpfen. Nach einem Freilos kämpfte sie gegen die Russin Tamara Lishchenko. Miriam dominierte zwar den Kampf, jedoch fiel keine Wertung und im Boden schaffte es die Russin, sich immer wieder aus den gefährlichen Angriffen zu befreien. So entkam sie auch kurz vor Schluss dem Butkereit-Dreher, aber erst nach 17 Sekunden. Mit diesem Waza-ari ging es ins Achtelfinale.  

Gegen die erst 18-jährige Serbin Aleksandra Andric musste Miriam direkt zu Beginn im Boden stark verteidigen. Auch danach suchte die Junioren-WM-Zweite des Vorjahrs nach den Angriffen von Miriam ihren Erfolg im Boden. Nach der Hälfte der Kampfzeit erhielt die Deutsche einen Shido für Passivität, kurz darauf den zweiten. So ging es ins Golden Score und nachdem erst die Serbin einen strengen Shido für Scheinangriff kassierte, wurde das gleiche Maß bei der JVST-Athletin angesetzt und der dritte Shido beendete ihren Wettkampf.

 

Nach dem für beide enttäuschendem Einzelwettkampf, gab es zumindest für Miriam noch die Möglichkeit im Teamwettbewerb einen positiven Abschluss für diese WM zu finden. In Runde zwei ging es gegen Usbekistan. Aber auch hier war irgendwie der Wurm drin. Sowohl Losseni Kone als auch Mascha Ballhaus gaben kurz vor Schluss eine Führung aus der Hand, auch Kevin Abeltshauser verlor und schon war maximal ein Unentschieden mit anschließendem Entscheidungskampf möglich. Miriam musste also gegen Shirinjon Yuldoshova gewinnen um Team Deutschland im Rennen zu halten. Doch nach anderthalb Minuten fiel sie auf Yuko für Sumi-gaeshi, nutzte die Aktion ihrer Gegnerin aber um direkt in einer Festhalte zu landen und diese 20 Sekunden zu halten. 

Als danach Paul Friedrichs auch gewann, kam noch einmal Hoffnung im deutschen Team auf, doch Anna Monta Olek konnte gegen die deutlich schwerere Umida Nigmatove nichts ausrichten. Damit schied Deutschland nach nur einem Kampf aus dem Teamwettbewerb aus.

 

Der nächste Wettkampf für beide steht noch nicht fest. Beide peilen Ende des Jahres das Masters in Dushanbe an. Hierfür qualifizieren sich die Besten 32 der Weltrangliste. Nach aktuellem Stand sind beide dafür qualifiziert, allerdings folgen noch vier Wettkämpfe auf denen es Punkte zu sammeln gibt.

 

Bilder: IJF/ Tamara Kulumbegashvili/ Gabriela Sabau