Unter Europas Besten
Vom 3. bis 6. September kamen in Podgorica die besten Junioren Europas zusammen, um beim ersten Jahreshöhepunkt die Medaillen zu erkämpfen. In der Hauptstadt Montenegros hatte auch Peppa Plöhnert ihren zweiten EM-Einsatz. Nach einem kurzen Auftritt in Bratislava im letzten Jahr, trat sie in diesem Jahr mit aufsteigender Formkurve an. Nach zwei siebten Plätzen bei Junioren-ECs im Mai, konnte sie im Juni in Berlin vor heimischem Publikum Gold gewinnen und das Ergebnis mit Silber in Skopje bestätigen. Mit berechtigten Hoffnungen Richtung Medaille ging es in das Land an der Adriaküste.
Im Schwergewicht gibt es für Peppa wenig unbekannte Gegnerinnen. So hatte sie auch dieses Jahr schon gegen ihre erste Gegnerin, die Georgin Nona Kvaratskhelia, gekämpft. Diesen Kampf konnte sie nach Rückstand mit Ippon gewinnen. In Podgorica erhielt die Georgin nach nicht einmal einer Minute den ersten Shido, nur 20 Sekunden später erhielten beide Kämpferinnen einen Shido. Peppa kämpfte es souverän weiter, auch wenn sich im Kampf selbst nicht viele Möglichkeiten ergaben. Kurz vor Ende der regulären Kampfzeit hatten die Kampfrichter genug und gaben noch einmal Shido für beide. Peppa gewann damit.
In Kampf zwei kam es etwas überraschend zur Begegnung gegen die Ungarin Regina Huszar. Die Sachsen-Anhaltinerin konnte direkt mit dem ersten Angriff eine Yuko-Führung erzielen. Eine Minute später hatte ihre Gegnerin bereits ausgeglichen. 30 Sekunden vor Schluss brachte eine Fußtechnik den zweiten Yuko und Peppa ließ ihre Gegnerin bis zum Ablauf der Kampfzeit nicht noch einmal in den Stand kommen.
Im Halbfinale wartete wieder eine alte Bekannte. Gegen die Türkin Sema Mete hatte die SV-Halle-Athletin dieses Jahr schon zweimal gekämpft und beide Male gewonnen. Die erste Minute in diesem Halbfinale war von gegenseitiger Vorsicht geprägt und brachte beiden einen Shido ein. Von da an übernahm Peppa den Kampf und zwang ihre Gegnerin in Verzweiflungsangriffe, die kurz hintereinander mit Shido bestraft wurden. Taktisch clever ins Finale. Eine Cleverness, die Peppa Anfang des Jahres noch gefehlt hatte.
Im Finale musste sie gegen die Französin Leonie Minkada-Caquineau kämpfen. Gegen sie hatte die Hallenserin auch schon in diesem Jahr gekämpft und wurde in Graz direkt überrascht. Der Palmares der Französin liest sich durchaus beeindruckend: Kadetten-Vize- und Europameisterin, Kadetten-WM-Silber, Junioren-EM-Silber und bereits Grand Prix Silber standen Peppa da gegenüber. Gegen die Physis der Französin hatte Peppa ordentlich Probleme, nach einer Minute standen bei ihr schon zwei Shido auf der Anzeige. Der Kampf ging trotzdem über die volle Zeit, allerdings sammelte lediglich die Französin Wertungen. Am Ende standen zwei Yuko und ein Waza-ari auf ihrer Seite.
Nach anfänglicher Enttäuschung kam spätestens nach der Siegerehrung die Freude über ihre EM-Silbermedaille durch.
Im Teamwettbewerb konnte Peppa ihren Einsatz gegen Georgien gewinnen. In der Wiederholung aus dem Einzel konnte sie wieder mit 2:3 Shido gegen Nona Kvaratskhelia gewinnen. Team Deutschland musste sich am Ende mit Platz fünf begnügen.
Herzlichen Glückwunsch zur verdienten EM-Medaille.
Bilder: EJU / Gabriel Juan & Kostadin Andonov