Veteranen tief im Westen
Im Schatten des Ruhrstadions trafen sich die besten Judoka über 30 in der Bochumer Rundsporthalle, um am ersten Juliwochenende das jährliche „Klassentreffen“ zu bestreiten und ihre Besten zu finden.
Aus Sachsen-Anhalt war eine starke Vertretung von 17 Judoka angereist, alleine neun davon vom FSV Magdeburg, die sich einiges für diese Deutsche Meisterschaft vorgenommen hatten.
Vor allem die „alten Eisen“ zeigten wie sie geschmiedet wurden. Am Ende stand im Einzel Platz sechs im Medaillenspiegel zu Buche. Einen Platz vor Hessen, die mit doppelt so vielen Startern vertreten waren.
Für die Goldmedaillen sorgten Wolfgang Löffler (M9 -73kg/ Grün-Weiß Wittenberg), Dr. Ingo Gottschalk (M8 -100kg/ FSV Magdeburg), Jörg Schenke (M7 -100kg/ FSV Magdeburg) und Dr. Harald Fungk (M8 -73kg/ Grün-Weiß Wittenberg). Alle gewannen in Poollisten ihre Kämpfe, teils mit spektakulären Techniken, die für Szenenapplaus sorgten. Sie zeigten, wie gewandt und technisch versiert Judo sein kann.
Eine hart erkämpfte Bronzemedaille nahm Olaf Rodewald (M7 -90kg/ Grün-Weiß Wittenberg) mit nach Hause.
Silber nahm Janet Tietke (F5 -70kg/ Grün-Weiß Wittenberg) mit. Bronze steuerten Christian Kögel (M3 -73kg/ SV Halle), Ralf Biermann (M7 -81kg/ FSV Magdeburg), Manfred Bärwald (M8 -73kg/ FSV Magdeburg) und Herbert Steinberg (M9 -81kg/ FSV Magdeburg) bei.
Alle Judoka zeigten engagierte Kämpfe und auch wenn es am Ende nicht für eine Medaille gereicht hat, haben sie den Landesverband gut vertreten.
Die Einzelwettbewerbe wurden von einem tragischen Zwischenfall überschattet.
Dennoch fanden nach einer Gedenkminute am Sonntag die Mannschaftswettkämpfe statt.
Der JVST war hier im Mixed-Team der Ü55 am Start. Nichts Geringeres als die Titelverteidigung war das Ziel.
Mit weiblicher Verstärkung aus Brandenburg siegten die Männer des Landes souverän gegen die Auswahl aus Berlin mit 4:1. Gegen Team 2 aus NRW war der Kampf enger. Nach zwei Siegen durch Harald Fungk und Gaststarterin Anke Heidrich verlor Olaf Rodewald etwas überraschend. Die zweite Frauengewichtsklasse wurde kampflos abgegeben, so dass Jörg Schenke beim Stand von 2:2 den Sieg einfahren sollte. Als zuverlässiger Kämpfer waren die Erwartungen durchaus berechtigt, doch Fortuna war an diesem Tag nicht auf der Seite des JVST. Jörg verletzte sich zu Kampfbeginn bei seinem ersten Angriff, welcher ihm Waza-ari einbrachte und folgte der Vernunft und dem Rat der Sanitäter. Er gab diesen Kampf ab und damit verlor das Team 3:2 und einen starken Kämpfer für den Rest des Tages.
Gegen das andere Team aus NRW ergab sich eine ähnliche Konstellation. Frank Panitz gewann den Auftaktkampf zügig. Anke Heidrich verlor knapp über die volle Kampfzeit, doch Olaf Rodewald stellte mit einem Yuko-Sieg den Vorsprung wieder her. Ein kampfloser Punktverlust im zweiten Frauenkampf, gab Dr. Ingo Gottschalk die Zügel in die Hand. Mit O-uchi-gari besorgte er das 3:2 und weiter die Hoffnung auf Gold, sollte Team NRW 2 patzen.
Zum Abschluss gegen die Vertretung Bayerns sorgten Frank Panitz, Silke Rühl (kampflos), Olaf Rodewald und Dr. Ingo Gottschalk für das 4:0. Da es für die direkten Konkurrenten auch nur noch gegen Bayern ging, war die Hoffnung auf Gold dahin, aber der Stolz über die stark erkämpfte Silbermedaille da.
Nach einem anstrengenden Wochenende mit ordentlich Edelmetall ging es zurück nach Sachsen-Anhalt und die Vorbereitungen für nächstes Jahr haben bereits begonnen.