Erstes Mal LMC im Jugendbereich - LMC U18 "Draft League"
Seit 2017 gibt es inzwischen den Landesmannschaftscup Männer (nächstes Jahr findet also der 10. LMC M statt), seit 2018 auch bei den Frauen und seit 2022 den LMC Mixed Team. Dieses Jahr gab es die nächste Neuerung in der Landschaft des Mannschaftsjudo in Sachsen-Anhalt: Die LMC U18 „Draft League“. Am 27.06.2026 fanden sich bei fast 40°C Außentemperatur 25 Sportlerinnen und Sportler mit Betreuern in der (zum Glück klimatisierten) Trainingshalle des SV Halle ein. Dort eröffneten Matthias Meyer und Jakob Schiek die erste Auflage des Turniers. Zunächst fanden sich aus den Reihen der anwesenden Betreuer Teamverantwortliche, nach dem Wiegen und Einteilen in passende Gewichtsklassen (danke an Julia Haase für die Unterstützung) wählten diese aus den anwesenden Sportlern ihre Teams, bestimmten einen Teamkapitän und wählten mit diesem zusammen aus den vorbereiteten Wappentieren eines für ihre Mannschaft aus. Eddy Meyer stärkte bei seinen „Stürmenden Wildschweinen“ den Teamzusammenhalt direkt mit einem Mannschaftsfoto, während sich Tino Eulitz‘ „Furchtlose Wildkatzen“ gemeinsam stärkten und Uwe Emmerlings „Gewandte Milane“, sowie Lars Florecks „Mächtige Wölfe“ ein paar Uchi-komi zum Wettkampfeinstand machten. Es wurde noch kurz der angepasste Wettkampfmodus besprochen: Um bei der Hitze den Sportlern ausreichend Erholung zu ermöglichen, gab es nach 90 sec. Kampfzeit eine 30-sec. Pause und dann ggf. weitere 90 sec. Kampfzeit.
Gekämpft wurde in den Gewichtsklassen „Frauen“ (da es pro Team genau eine weibliche Judoka gab), -56 kg, -63 kg, -68 kg, -73 kg und +73 kg. Es starteten Lars Florecks Mächtige Wölfe gegen Tino Eulitz‘ Furchtlose Wildkatzen: Bei den Frauen konnte Isabell Lützkendorf nach Waza-ari-Rückstand den ersten Punkt für die Wölfe holen, Hisham Balwahn baute die Führung -56 kg auf 2:0 für die Wölfe aus und Kapitän Emil Eulitz holte auch den dritten Punkt für die Mächtigen Wölfe. Doch -68 kg platzte für die „Furchtlosen Wildkatzen“ der Knoten und Amon Schubert holte nach nur 10 sec. den ersten Punkt für sein Team und hielt die Wildkatzen im Rennen. Doch Vincent Kamlbach konnte für die Mächtigen Wölfe den Sack -73 kg zumachen und holte den vierten Punkt, da half es den Wildkatzen auch nicht mehr, dass Hlib Shapovalov mit zwei schönen Waza-ari den zweiten Punkt für die Wildkatzen holte, dennoch sollte dieser Punkt noch wichtig werden.
Nun griffen jedoch erst einmal die Gewandten Milane um Uwe Emmerling und Kapitän Olexander Galitskyi, sowie Eddy Meyers Stürmende Wildschweine ins Geschehen ein. Bei den Frauen holte Greta Emmerling als (wie so häufig) leichteste Starterin des Tages den Punkt für die Milane und Luke Büttner und Till Schneider taten es ihr -56 kg bzw. -65 kg gleich und erhöhten auf 3:0. Es kam zu einem der spannendsten Kämpfe des Tages, in dem Maxim Fialkovskyy -68 kg einen Waza-ari-Rückstand erst ausglich und dann nur wenige Sekunden Schluss den Sieg-Yuko holte. Kapitän Olexander holte dann -73 kg mit einer schönen Technik noch den fünften Punkt für die Milane, bevor der Kapitän der Stürmenden Wildschweine Johann Schwenke im Schwergewicht den Ehrenpunkt für sein Team holte – Ergebnis 5:1.
In der nächsten Runde trafen die Wölfe auf die Milane. Im Frauenkampf ging es hin und her, insgesamt fielen vier Wertungen. Letztlich sicherte sich Greta erneut den Sieg mit zwei Ko-uchi-makikomi und brachte so die Milane in Führung. Luke siegte -56 kg mit zwei Yuko und zwei Waza-ari und erhöhte so auf 0:2 für die Milane. Emil wurde der Kapitänsrolle aber gerecht und siegt souverän -65 kg und brachte somit den Wölfen den Anschlusspunkt. Maxim konnte erneut mit Yuko-Führung über die Zeit gewinnen und holte so Punkt drei für die Milane. Es blibe jedoch beim hin-und-her, da Vincent für die Wölfe -73 kg erneut den 2:3 Anschlusspunkt erkämpfte. Es ging ins Schwergewicht, wobei es für die Wölfe um ein mögliches Unentschieden ging, für die Milane um den Sieg. Und Anthony Hühn holte sich nach seiner Auftaktniederlage hier souverän vorzeitig den Punkt und sicherte damit den Gewandten Milanen den zweiten Mannschaftssieg.
Weiter ging es mit der Begegnung zwischen den Furchtlosen Wildkatzen gegen die Stürmenden Wildschweine. Die Schwestern Sham und Nour Bahlwan wollten nachvollziehbarerweise nicht gegeneinander kämpfen, schenkten beide ab und so startete die Mannschaftsbegegnung mit einem Hiki-wake. -56 kg siegte Eddy Meyer für die Wildschweine doch -65 kg glich Abdulrahman Abdulrahman für die Furchtlosen Wildkatzen aus, bevor Amon Schubert -68 kg die Wildkatzen sogar in Führung brachte – 2:1. -73 kg war es Lucien Meißner, der sich in einem harten Kampf durchsetzte und den Siegpunkt für die Furchtlosen Wildkatzen holte. Im Schwergewicht verschönerte Johann aus Wildschweinsicht das Ergebnis noch etwas und verkürzte souverän auf 3:2.
Die Wildkatzen blieben auf der Matte und wollten auf den ersten Mannschaftssieg einen zweiten folgen lassen. Es ging nun aber gegen die Gewandten Milane, die schon zwei dominante Siege eingefahren hatten. Und die ersten beiden Punkte gingen auch an die Greifvögel: Greta und Luke siegten in spannenden Kämpfen jeweils mit Yuko-Vorsprung über die volle Zeit. Doch es blieb spannend, da Abdulrhaman und Amon jeweils mit vorzeitigen Siegen den Ausgleich für die Furchtlosen Wildkatzen holten – 2:2. In den letzten beiden Gewichtsklassen musste also wieder die Entscheidung fallen. -73 kg war es der Kapitän der Milane Olexander, der zwei wichtige Waza-ari holen konnte und so den Mannschafts- und turniersieg in die Reichweite der Milane brachte. Im Schwergewicht könnte Anthony den Sack zu machen. Lange ging es in der Begegnung hin- und her und letztlich siegte Anthony für die Milane mit Yuko und so krallten sich die Raubvögel den Turniersieg mit dem 4:2 über die Furchtlosen Wildkatzen.
Alle Entscheidungen waren aber noch nicht gefallen, für alle anderen Teams waren noch alle Platzierungen offen. Erst in der letzten Begegnung zwischen den Mächtigen Wölfen und den Stürmenden Wildschweinen wurden die anderen Medaillen entschieden. Nour brachte die Wildschweine in Führung doch ihr Bruder Hisham glich für die Wölfe aus, bevor Wolfskapitän Emil sogar die Führung umdrehte. Doch nach einem sehr engen Duell kam es durch Maksym zum 2:2. -73 kg holte Vincent ein weiteres Mal die Führung für die Wölfe – was er nicht wusste: Mit diesem Punkt hatte den Mächtigen Wölfen soeben die Silbermedaille gesichert, da denen das Unentschieden reichen würde, um vor den Wildkatzen zu bleiben. Da war es auch egal, dass Wildschweins-Kapitän Johann das einzige Unentschieden des Tages sicherte und das 3:3 holte, sodass sein Team zumindest mit einem Unentschieden von der Matte ging. Dabei ließ Johann seinen Gegner von den Wölfen viel ausprobieren, ließ sich auch mehrfach locker werfen, bevor er seinen Gegner sanft ablegte. Johann zeigte sich dabei nicht etwa abfällig gegenüber seinem Gegner, sondern schätzte im Gegenteil dessen Mut und Ernsthaftigkeit im Wettkampf wert und verhielt sich dem deutlich unerfahreneren Gegner gegenüber sehr respektvoll – dieser wiederum ließ sich durch den hohen Gürtel und die Erfahrung Johanns nicht entmutigen und kämpfte die ganze Begegnung hindurch beherzt. Ein großes Lob an beide Kämpfer für diesen sehr gelungen Abschluss des ersten LMC im Jugendbereich.
Damt standen die Platzierungen fest: Bronze erhielten die Kämpfer der Stürmenden Wildschweine und der Furchtlosen Wildkatzen. Silber sicherten sich die Mächtigen Wölfe und Gold ging an die ungeschlagenen Gewandten Milane. Bei der Siegerehrung gab es noch zwei Sonderauszeichnungen. Die Teamverantwortlichen einigten sich mit den Kampfrichtern zusammen auf Olexander als das „Dark Horse“ des Turniers und auf Greta als „MVP“.
Einhellige Meinung aller Teilnehmer war, dass sich die Anreise trotz hoher Temperaturen gelohnt hatte und dass die Draft-League wieder stattfinden soll. Vielen Dank an den SV Halle für die Ausrichtung, speziell an Julia Haase für die Unterstützung bei der Orga vor Ort. Weiterhin vielen Dank an die beiden Kampfrichter Jörg Schumacher und Dennis Dügerow (beide JC Halle) und an die Teamverantwortlichen. Die Kämpfe können unter folgendem Link nachgeschaut werden: https://www.youtube.com/live/_9-rRPzd0ms?si=GEXWkzgnZdr0P-L0
Dank Kämpferin Isabell gibt es aber auch wieder ein Best-off: https://youtu.be/-iWj8LcwW8g
Die nächste LMC-Veranstaltung ist der LMC Männer und LMC Frauen am 22.08. in Wittenberg.