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20.06.2026 (J.Hannig )

Der Weg beginnt steinig

Vom 19. bis 21. Juni war die DJB Frauenauswahl zum ersten Stopp ihrer Asientour beim Grand Slam Ulaanbaatar in der Mongolei. Aus JVST-Sicht werden in den nächsten Monate immer die zweiten Wettkampftage wichtig, wenn die Mittelgewichtlerinnen auf die Matte gehen. So gingen am 20. Juni Friederike Stolze und Miriam Butkereit auf die Wettkampfmatte.

 

Den Anfang machte Friederike. Die 63erin vom SV Halle hatte gegen die 19-jährige Kasachin Assylkhanova einen guten Start in den Tag. Ein schöner Harai-makikomi und O-soto-gari sorgten für einen schnellen Sieg. 

Im nächsten Kampf kam es zum Duell mit der Olympia-Fünften von Paris, Lubjana Piovesana. In einer taktisch geprägten Begegnung gab es bereits nach 16 Sekunden den ersten Shido für beide Athletinnen. Der Kampf war auch danach geprägt von taktischen Griffsituationen. Wenn Friederike einmal aus ihrem Kumi-kata-Aufbau zu einem dominanten Griff kam, schaffte es die Österreicherin noch in eine Technik. Das hatte den zweiten Shido für die JVST-Athletin zur Folge. Auch wenn Friederike danach zu ein paar guten Situationen kam, war der Kampfverlauf den Kampfrichtern nicht aktiv genug. Dreißig Sekunden vor Schluss hatten sie genug und gaben den dritten Shido.

 

Wie Friederike startete auch Miriam gut in den Wettkampftag. Gegen die Turkmenin Muradova war der Beginn zwar verhalten, was Shido für beide zur Folge hatte, danach fand sie aber die Lücke im Boden. Auch wenn sich ihre Gegnerin aus dem ersten „Butkereit-Dreher“ noch befreien konnte, setzte Miriam direkt nach und drehte noch einmal um, diesmal zu Yoko-shiho-gatame und daraus gab es kein Entkommen mehr.

Im Kampf zwei ging es gegen die Russin Madina Taimazova. Die erst 26-jährige war schon 2021 bei Olympia in Tokio Dritte und der erwartet harte Brocken, Miriam hat die letzten drei Duelle gegen sie verloren. Im Ai-yotsu wollten beide auf den Rücken der Gegnerin, dies aber natürlich auch nicht zulassen. Auch wenn Miriam den Kampf führte, entschieden sich die Kampfrichter in längeren Griffkampfphasen zweimal für die Doppelbestrafung, so dass es mit 2:2 Shido ins Golden Score ging. Dort entschied nach über zwei Minuten ein schlechter Angriff der Russin den Kampf zugunsten von Miriam.

Im Viertelfinale gegen die Israelin Maya Goshen war der Griffkampf etwas direkter und es kam nicht zu Shidos. Nach einer Minute stand Miriam einen Sumi-gaeshi-Ansatz ihrer Gegnerin und versuchte noch das Bein zum Konter einzuhaken. Erst wurde diese Aktion mit Waza-ari bewertet, die Supervisor sahen allerdings nicht genug Wurfaktion von der Sportlerin des SV Halle. Eine Minute vor Ende konnte sie im Boden ihren Umdreher durchbringen und den Kampf vorzeitig gewinnen.

Das Halbfinale ging gegen eine alte Bekannte. Aoife Coughlan aus Australien war schon neunmal Gegnerin von Miriam auf allerhöchstem Niveau. Das erste Mal 2017, zuletzt bei der WM im Bronzekampf. Auch wenn die Kampfstatistik mit 7:2 deutlich für Miriam spricht, dass fünf dieser Kämpfe ins Golden Score gingen, zeigt, wie knapp es zwischen den beiden ist. Auch dieses Mal ging es gegen die Weltranglistenzweite ins Golden Score, beide nahmen zwei Shido mit. In weiteren 2,5 Minuten fand keine Sportlerin einen Eingang in eine gute Technik. Die Anzahl der Ansätze von Coughlan reichten dem Kampfgericht aber um den dritten Shido zu geben.

Dadurch hieß es Kräfte sammeln für Bronze statt Gold. Im Kampf um Platz drei ging es gegen die Weltranglistendritte Lara Cvjetko. Die Kroatin eröffnet hart mit ihrer linken Hand in den Nacken und machte viel Druck. Kurz vor Ablauf der Kampfzeit gab es etwas mittlerweile Ungewöhnliches, Shido für Raustreten, für beide. Damit ging es mit 2:1 Shido ins Golden Score, Miriam im Rückstand. Die amtierende Vizeweltmeisterin von der Balkanhalbinsel hielt den Kampf danach clever ereignislos, so dass nach 1:42 Minuten im Golden Score für beide der Passivitätsshido und damit der Dritte für Miriam. Sie beendet den Wettkampf auf dem undankbaren fünften Platz.

 

Für beide war dies sicherlich ein unbefriedigender Wettkampf. Das Positive ist allerdings, dass für beide die Weltranglistenpunkte die Position in der Rangliste festigen und beide direkt nächste Woche die Chance haben, sich einen schöneren Wettkampfabschluss zu erkämpfen. Beim Grand Prix Qingdao in China sind beide bei leicht veränderten Starterinnenfeldern unter den Top 8 gesetzt. 

 

Bild: IJF / Tamara Kulumbegashvili