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16.06.2026 (J.Hannig )

Die Olympiaqualifikation startet in Ulan Bator

Noch keine zwei Jahre ist es her, da war Paris Judohauptstadt der Welt. Olympische Spiele in der Arena Champ de Mars, unweit vom Eiffelturm, sorgten für unglaubliche Bilder. Kaum vergangen, ist der Blick umso klarer Richtung Los Angeles gerichtet, wenn am kommenden Wochenende in der Mongolei die ersten Punkte zur Qualifikation gesammelt werden können. 

Aber wie genau läuft die Qualifikation eigentlich ab?

 

Über einen Zeitraum von zwei Jahren, bis zum 12. Juni 2028, können die Judoka Punkte auf den unterschiedlichen Turnieren sammeln. Eine Goldmedaille bei European Open (oder allen kontinentalen Open) bringt dabei 100 Punkte, bei einem Grand Prix 700, bei der EM 800 und für einen Grand Slam Sieg gibt es 1000 Punkte. Noch attraktiver sind da nur die jährlich einmaligen Veranstaltungen Masters mit 1800 Punkten (dieses Jahr Ende Dezember in Duschanbe) und Weltmeisterschaften mit 2000 Punkten (dieses Jahr in Baku).

Für die Qualifikation zählen die Punkte von Juni ‘26 bis Juni ’27 nur 50%, erst im letzten Jahr vor Olympia zählen die Punkte voll in die Qualifikation. 

Am Ende sollen in Los Angeles je 186 Männer und Frauen auf die Tatami gehen. Je Gewichtsklasse qualifizieren sich die besten 17 der bereinigten Qualifikationsliste direkt für die Spiele, 119 pro Geschlecht. Bereinigt heißt hier, dass, sollte sich mehr als ein Judoka pro Nation unter den Top 17 befinden, die Platzierung weiterrutscht. Also bis 17 unterschiedliche Nationen erreicht sind.

Dazu kommen je 52 männliche und weibliche Judoka, die sich über die Kontinentalquote durchsetzen. Dies geht jedoch nur, wenn sich in der Gewichtsklasse kein Judoka aus der Nation direkt qualifiziert hat. Für Europa entfallen hier zweimal 13 Plätze. Über alle Gewichtsklassen wird eine Liste der Punktbesten gebildet, die sich nicht direkt qualifiziert haben und dann abgearbeitet, wer noch einen Platz bekommt, maximal ein Platz pro Nation über alle Gewichtsklassen.

Die Heimnation hat unabhängig davon pro Gewichtsklasse einen Startplatz. Außerdem gibt es sechs Einladungsplätze für das Teamevent und zehn allgemeine „Wildcards“.

 

Jetzt alles klar? So kompliziert die Wege scheinen, so einfach ist es doch, wenn man unter den Top 17 der Welt ist. 

 

Aktuell darunter ist Miriam Butkereit als Weltranglisten-Fünfte. Auch Friederike Stolze wäre zum aktuellen Zeitpunkt direkt qualifiziert. Zwar ist sie auf Platz 22 der Weltrangliste, vor ihr sind aber genug Nationen doppelt besetzt, dass sie in die bereinigte Top 17 fallen würde.

Um dies auch zum Abschluss der Qualifikation in 2028 zu sein, heißt es jetzt Punkte sammeln. Die Reise beginnt beim Grand Slam in Ulan Bator und geht direkt danach im chinesischen Qingdao beim Grand Prix weiter.

 

Bilder: IJF / Kulumbegashvili Tamara


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