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18.04.2026 (J.Schiek )

Judo für Demokratie - der JC Burg übergibt einen Judogürtel an den Ministerpräsidenten (Text: Jakob Schiek mit Zitaten und Bilern von Edward Meyer)

Als Symbol, “dass die demokratische Ordnung in unserem Land erhalten bleiben muss”, hat der JC Burg um Edward “Eddy” Meyer am 17.04. unserem Ministerpräsidenten Sven Schulze einen roten Gürtel, u.a. mit der Unterschrift des Judoka Saeid Mollaei, überreicht. Er soll nach Aussage der Initiatoren zusätzliche Kraft und Motivation für die kommenden wichtigen Monate schenken, um in Anbetracht der Gefahr für die Demokratie in unserem Land, Werte wie Menschenwürde, Gleichheit, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit, Zivilcourage, Solidarität und Respekt symbolisch zu stärken.

“Die Geschichte von Saeid kennt vermutlich jeder in der Judowelt…” - für die, die sie nicht kennen, ein kurzer Abriss: Mollaei ist gebürtiger Iraner azerbajanischer Abstammung, Vizeolmpiasieger 2021, Weltmeister 2018 und Medaillenträger bei mehr als 15 IJF-World-Tour Turnieren. Bei den Weltmeisterschaften 2019 erhielt Mollai direkt vor dem Halbfinale einen Anruf vom Iranischen Sportministerium, in welchem er angewiesen wurde, absichtlich zu verlieren, um einem Kampf mit dem israelischen Athleten Sagi Muki aus dem Weg zu gehen - der Iran boykottierte zu diesem Zeitpunkt wie viele islamistisch geprägte Staaten sportliche auseinandersetzungen mit Athleten aus Israel. In dem Anruf drohte das Ministerium Mollai mit Folgen für seine Familie. Mollai gab daher nach, floh aber noch am selben Tag vor einer Rückkehr in den Iran. Danach erhielt Mollai Asyl in Deutschland und später in der Mongolei, startete dann auch zwei Jahre für die Mongolei; seit 2022 nimmt er sein Startrecht für Azerbaijan wahr. 

Mollai setzt sich seitdem für eine Demokratisierung des Iran ein und gilt als Kritiker des Regimes dort und des Iran-Israel-Konflikts allgemein. “Diese Geschichte zeigt eben auch, dass sich Sport und Politik nicht losgelöst voneinander betrachten lassen.” Auch wenn es natürlich schön wäre, wenn es so wäre. Aber das muss nicht immer negativ sein: Mollai und Muki verbindet eine Freundschaft, die religiöse, politische und ethnische Grenzen hinter sich lässt und die zeigt, dass Sport - insbesondere Judo - Hass, Gewalt und Unterdrückung immer überwindet. 2021 in Tokyo posteten beide Sportler auf den sozialen Netzwerken ein Bild nebeneinandersitzend vor den Olympischen Ringen; und während Mollai als Kritiker des iranischen Regimes gilt, äußert sich Muki auf social Media immer wieder bemühend völkerverständigend z.B. im Bezug auf den Gaza-Konflikt - für einen israelischen Athleten wiederum fast schon provokativ. Politik und Sport sind für die Athleten stets ein Risiko, aber Muki und Mollai nutzen ihre Reichweite eben auch als Möglichkeit die Judowerte, Werte des Sports und Werte der Demokratie zu verbreiten.

2024 konnten die Judoka des JC Burg mit Saeid Mollaei ein tolles Training in Berlin erleben, bei dem eben auch der Gürtel unterschrieben wurde, der nun seinen Weg in die Staatskanzlei in Magdeburg gefunden hat und den Landespolitikern als Kraftquelle und Inspiration für die Werte der Demokratie dienen soll.

“Said ist eine großartige Persönlichkeit, welche für mich persönlich sinnbildlich dafür steht, dass Freiheit, Demokratie und Selbstbestimmung wichtige Voraussetzungen für ein gutes Leben sowie ein friedliches Miteinander sind. In diesem Sinne, verbunden mit dem Wunsch, dass alle rational denkenden Menschen unseres schönen Bundeslandes Sachsen-Anhalt - und auch gern einfach überall - eng für die Demokratie zusammenstehen."

Der JVST bedankt sich herzlich für die Aktion des JC Burg und ermutigt alle Judoka des Landes für die Werte der Demokratie tagtäglich auf und neben der Matte einzustehen.