Silber und gute Kämpfe in Leipzig

Einen erfreulich kurzen Anreiseweg haben die besten Kadetten des Landesverbandes nun schon seit einigen Jahren. Die Deutschen Meisterschaften der U18 sind ein früher Höhepunkt im Jahresverlauf. Für manche ist es das Highlight, für andere ein Schritt auf dem Weg zu weiteren Qualifikationen. Der JVST war am 28.02. und 01.03. mit sieben qualifizierten Judoka der kleinste Verband in der Sporthalle Brüderstraße, doch sollte dies nicht von durchaus guten Leistungen abhalten
Tag 1 – Die Jungs
Den Auftakt am ersten Tag machten Alexander Haase (SV Halle) und Emil Eulitz (1. Dessauer JC).
Emil ( -60 kg), als mittlerer Jahrgang trotzdem schon mit DEM Erfahrung, war quasi frisch nach der Schulter-Reha wieder zum Kämpfen freigegeben und konnte auf dieser Meisterschaft nicht sein volles Potenzial zeigen. Trotz guter Ansätze, gerade im zweiten Kampf, blieb ihm in diesem Jahr ein Sieg verwehrt.
Alexander, eine Gewichtsklasse darunter und schon zweimal Neunter bei der DEM U18, startet souverän in den Tag. In Runde eins gab es nach Yuko für Seoi-nage einen schnellen Übergang zur Würge um den Sieg nach 30 Sekunden zu sichern. Kampf zwei sollte dann die Nerven etwas mehr beanspruchen. Seine Waza-ari Führung wurde eine Minute vor Schluss wieder ausgeglichen und führte zu einem langem Golden Score von über 3:30 Minuten bis eine Aktion am Mattenrand Alexander in die Trostrunde schickte. Dort erkämpfte er sich zwei Yuko-Siege eher einen Kampf vor der offiziellen Platzierung Schluss war. Wieder Platz neun und eine positive Kampfbilanz bleiben für ihn von dieser Meisterschaft. Außerdem hat er nächstes Wochenende in Potsdam bei den Junioren die Chance noch weitere Siege zu sammeln.
In der Nachmittagssession waren noch einmal zwei Athleten des JVST am Start. Luke Büttner (SV Halle) und Johann Schwenke (JC Halle) feierten ihr DEM Debüt.
Luke wurde in der Gewichtsklasse unter 50 Kilogramm durch den ersten Angriff seines Gegners erst einmal wach, dafür verschlief sein Gegner den Übergang zum Boden und wurde abgewürgt. In Kampf zwei hielt er den Kampf gegen den späteren Fünftplatzierten lange offen, ging aber trotzdem in die Hoffnungsrunde. In dieser egalisierte er zehn Sekunden vor Schluss einen Waza-ari Rückstand, konnte die zweite Chance in der Hoffnungsrunde trotz großem Kampf aber nicht nutzen und schied aus.
Johann kam mit vielversprechenden Vorleistung nach Leipzig, hatte aber bis 81 Kilogramm einen schwierigen Start in den Wettkampf. Seine beiden ersten Kämpfe dauerten zusammen effektive 13:33 Minuten und kosteten Kraft. Gegen den späteren Deutschen Meister kam der schnelle Weg in die Trostrunde. Ein Sieg über die komplette Kampfzeit brachte ihn in die Nähe der Medaillenkämpfe, jedoch kam das Aus einen Kampf zu früh. Platz Sieben bei der ersten DEM-Teilnahme ist trotzdem aller Ehren wert. Die gesammelte Mattenzeit von über 20 Minuten ebenso.
Tag 2 – die Mädels
Nachdem am Vortag der letzte Kampf gegen 21 Uhr beendet war, hieß es Sonntag um 9:30 Uhr wieder Hajime, diesmal mit den besten jungen Damen der Republik. Im frühen Block wurde der JVST von Lina Große (JC Halle) und Sina Bauer (1. Dessauer JC) vertreten.
Sina musste zeitig einen Yuko im ersten Kampf abgeben und ran diesem den ganzen Kampf hinterher. Als sie ihre Gegnerin auf die Seite werfen konnte, war die Zeit gerade abgelaufen. Auch in Kampf zwei ging schnell der Yuko auf die Anzeigetafel ihrer Kontrahentin. Dieses Mal kam aber ebenso schnell der Waza-ari auf die Seite von Sina. Nach einem kurzem Schockmoment, wo noch einmal ein Yuko für die Gegnerin erzielt wurde, kam die Würge zum vorzeitigen Sieg für Sina wie gerufen. Im Duell gegen die Mitteldeutsche Meisterin war es bis 20 Sekunden vor Schluss ein ausgeglichener Kampf. Doch ein Yuko war Sina aus dem Wettkampf. Auch sie hat am nächsten Wochenende die Chance sich bei den Juniorinnen zu präsentieren.
Lina, eine Gewichtsklasse höher bis 63 kg, hatte einen schnellen Start ins Turnier und war nach 30 Sekunden eine Runde weiter, ihre Gegnerin dafür komplett vom Wettkampf ausgeschlossen. In Runde zwei gab sie direkt einen Waza-ari ab, den sie nicht aufholen konnte. In der Trostrunde musste eine Yuko-Führung leider in einer Sankaku-Festhalte abgegeben werden.
Im später Block ging im Superleichtgewicht unter 40 Kilogramm Greta Emmerling an den Start. Mit Vorleistung die Hoffnung auf eine Medaille machten. Gegen physisch größere Gegnerinnen spielte Greta ihre Bodenstärke aus und kämpfte sich mit zwei vorzeitigen Siegen ins Finale. Hier war ihre Gegnerin am heutigen Tag einfach eine Ecke besser und konnte selbst eine Festhalte herausarbeiten, aus der es kein Entkommen gab. Im ersten Jahr U18 ist die Silbermedaille ein guter Jahresstart und nicht die letzte große Medaille, die sie dieses Jahr erkämpfen wird.
Mit einmal Silber und Platz sieben zeigt der Formpfeil nach einem schwachen letzten Jahr wieder nach oben. Nächstes Wochenende hat die U21 in Potsdam die Chance an diese Leistung anzuknüpfen.
Auf Kampfrichterseite wurde der JVST von Landeskampfrichterreferent Christian Albrecht vertreten.
Bild: @moritz.shoots