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09.02.2026 (J.Hannig )

Keine Medaille in der Stadt der Liebe

Paris-Bercy, Accor Arena, 15000 Zuschauer nach Angaben der IJF und zwei Sachsen-Anhaltinerinnen mittendrin. Am 07. Und 08. Februar gingen 488 Judoka in Europas Judohauptstadt auf die Tatami um bei einem der renommiertesten Turniere der Judogeschichte um die Medaillen zu kämpfen.

 

Friederike Stolze begann am ersten Tag bis 63kg stark gegen ihre Gegnerin aus Sambia. Sie brauchte nur eine Minute bis zum Ippon. Doch das schien ihr noch zu lang und gegen die an acht gesetzte Kubanerin del Toro Carvajal brauchte sie nur 29 Sekunden bis zur ersten Wertung, Waza-ari. Die IJF Kampfrichterkommission verbesserte den Mattenleiter erst nach der nächsten Aktion, Ippon und Viertelfinale.

Dort wartete die Weltranglistendritte Oberan (CRO). Gegen den Crossgrip ihrer Gegnerin fand sie kein richtiges Mittel und wurde nach zwei Minuten in die Hoffnungsrunde geschickt. Dort kam es zu einem Kuriosum, denn ihre potentiellen Gegnerinnen hatten es nicht so mit schnellen Kämpfen wie die Sportlerin vom SV Halle. Nach über neun Minuten Golden Score schauten beide Kämpferinnen ungläubig zur Kommission, Doppel-Hansokumake für Passivität und damit für Friederike keine Gegnerin in der Hoffnungsrunde.

Damit war sie zum zweiten Mal in ihrer Karriere im Finalblock eines Grand Slams. Dort traf sie mit Yamaguchi aus Japan auf eine bodenstarke Gegnerin. Entsprechend versuchte es die Anhaltinerin mit Angriffen im Stand und brachte die Weltranglistenachte ein ums andere Mal in Gefahr. Bei noch etwas mehr als einer Minute auf der Uhr, begann eine lange Bodensequenz der Japanerin, die über 40 Sekunden ihr Bein versuchte zu befreien und es schlussendlich auch schaffte. Aus dieser Festhalte gab es kein Entrinnen mehr.

 

Platz 5 beim größten Grand Slam des Jahres, wir können gespannt sein wo die Ergebnisse dieses Jahr hingehen.

 

Am zweiten Tag hielt Miriam Butkereit die Farben des SV Halle hoch. 

Nach einem Freilos gab es gegen Mucungui erst einmal einen Schockmoment. Aus dem Griffkampf heraus setzte die Angolanerin direkt eine Technik an und erzielte Yuko. Davon wachgerüttelt arbeitete Miriam im Stand und im Boden auf Wertungen hin und konnte nach der Hälfte der Kampfzeit eine Festhalte finden.

Gegen die Israelin Novitsky war sie im Boden mehrmals in aussichtsreicher Position, doch konnte es nicht ganz zum Abschluss bringen. Auch im Golden Score war die 70kg Athletin weiter dominant. Bei einem Sumi-gaeshi ihrer Gegnerin rutschte sie in der Verteidigung vom Kopf weg auf den Nacken, nach neuen Regeln ein Yuko und dieser wurde auch gegeben. Auch der ungläubige Blick half nichts, die Wertung hatte Bestand und somit leider das Aus für Miriam.

 

Im Anschluss an den Grand Slam gibt es ein dreitätiges Trainingscamp mit allerhand internationalen Spitzenleuten.

 

Der nächste Einsatz auf der World Tour lässt auch nicht lange auf sich warten. Beide sind für den Grand Slam Tashkent Ende Februar gemeldet.

 

Bild: IJF/ Sabau Gabriela